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Blog des Salzkammergutes

UNSERE SCHÖNE HEIMAT – Die Falkensteinschlinge in St. Wolfgang

| Autor kurt | 20 Views

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Es war ein sonnig-schöner Tag. Mir blieben, zwischen zwei Fototerminen einige Stunden zur freien Verfügung, die ich unbedingt nutzen wollte und daher entschloss ich mich zur Falkensteinschlinge in St. Wolfgang. Also fuhr ich nach St. Wolfgang. Fast am Ende der Landesstraße, schon im Bundesland Salzburg, vor dem Ferienhort, befand sich ein kleiner, gebührenfreier Parkplatz, von dem aus ich die Wanderung begann.

Bergauf wanderte ich, vorbei an einer schönen Kapelle, über eine große Wiese unterhalb der Hochwänd. Bevor ich in den Wald eintauchte, drehte ich mich noch einmal um, damit ich den unvergesslichen Blick über den Wolfgangsee zur Osterhorngruppe genießen konnte. Von der Katrin über Hainzen, Ahornfeld, Rettenkogel, Bergwerkskogel, Rinnerkogel, Sparber, Bleckwand, Wieslerhorn usw. war alles in voller Pracht zu sehen, ein wahrhaft überwältigendes Panorama (Bild 1).

Der herrliche Anblick ließ mich fast nicht los aber meine Zeit war ja begrenzt. Und so ging ich ein kurzes Stück durch den Wald bis zum Bildstock mit dem „Waxweichen Stein“. Als der heilige Wolfgang vom Falkenstein herabstieg, um seine Axt zu suchen, ließ er sich auf diesem Stein nieder, um zu rasten. Da hat sich, wie der Mondseer Abt Bernhard Lidl in seinem Mirakelbuch von 1732 schreibt, der Stein „über den durch Hunger und Durst ausgemergelten Einsiedler gleichsam erbarmt, die Weiche von Wax an sich genommen und Wolfgang eine gelinde Ruhe- und Raststatt abgegeben.“ So sind die Eindrücke des Wundertäters bis heute darin zu sehen. So setzen sich die Wallfahrer gern „auf ein Vater-Unser lang“ darauf, was manchmal Wunder gewirkt haben soll. Die Weichheit des Steines konnte ich zwar nicht feststellen aber es war ein schöner Ort, mitten im Wald, um eine kleine Pause einzulegen und die schöne Innenseite des Bildstockes zu bewundern (Bild 2).

Weiter ging es über einen ziemlich breiten Weg, der über einen kleinen Wildbach führte. Dann begann der Anstieg, er war ziemlich steil und brachte mich zum Schwitzen, was aber von mir beabsichtigt war. Entlang des Weges, auf beiden Seiten begeisterte mich eine prachtvolle Alpenflora mit Waldflockenblume, Akelei (Bild 3), Schwalbenwurz uvm.

MEIN RAT: Um die vielen Pflanzen und Kräuter am Wegesrand, Wiesen und Wald kennen zu lernen, empfehle ich, an den Kräuterführungen von Katarina, der Ischler Kräuterfee – 65-Jährige Erfahrung – teilzunehmen. Da werden, leicht verständlich, die heilkräftigen aber auch die giftigen Kräuter erklärt. Treffpunkt jeweils Katrinseilbahn 14 Uhr. Die nächsten Termine: 3.Juli, 9. Juli (auf der Katrin – Gesunde Gemeinde) und 17. Juli, 7. und 15. August (15. August Kräuterweihe Treffpunkt Kalvarienbergkirche 15 Uhr), 04. und 18. September 2011.

Bevor der Weg wieder flach wurde, bei der nächsten Kapelle, bog ich links ab und stieg auf den Gipfel (Bild 4) des Falkensteins (795m).

Am Gipfel angelangt erwartete mich ein wunderschönes Bergpanorama. Es war der Lohn für die ersten, kurzen Anstrengungen (Bild 5). Ein älteres Ehepaar aus Deutschland war schon vor mir auf dem Gipfel und sie erzählten mir, dass sie in München zu Hause sind und immer wieder gerne und das schon seit Jahren, manchmal sogar zwei Mal in der Woche, in unser schönes Salzkammergut kommen um die Luft, die Landschaft und die liebenswerten Menschen hier zu genießen. Ich verabschiedete mich von den beiden und setzte meinen Weg fort.

Die nächste Stelle, die ich erreichen wollte, war der Scheffelblick. Da ging es zuerst ein Stück bergab und dann ein kurzes Stück wieder bergauf. Auch da begeisterte mich eine sagenhaft schöne Aussicht, von wo aus ich nicht nur den Schiffsverkehr am Wolfgangsee (Bild 6) sondern auch das Zwölferhorn und das schöne Ortsbild von St. Gilgen (Bild 7) genießen konnte. Auch das Hochzeitskreuz konnte ich von dieser Stelle aus sehen (Bild 8).

Der weitere Weg führte mich über den Falkenstein hinüber zur Falkensteinkirche (Bild 9). Da es sich lohnt, diese Kirche auch innen zu sehen, stieg ich hinauf und war, wie jedes Mal, begeistert. Das so genannte „Wolfgangibett“ (Bild 10) soll dem heiligen Wolfgang als Lager gedient haben. Es besteht aus zwei natürlichen, aber zusätzlich künstlich bearbeiteten und von zahlreichen Wallfahrerhänden abgeschliffenen Aushöhlungen in der Felswand des Falkensteins. Unterhalb dieser Stelle befand sich bis ins späte 18. Jahrhundert eine Eremitage in der „Waldbrüder“ die Pilger empfingen und das Andenken an ihr großes Vorbild, des heiligen Wolfgang, pflegten. Die letzten Einsiedler waren übrigens Verwandte von Wolfgang Amadeus Mozart, die mütterlicherseits aus St. Gilgen stammten. Berühmt war auch das (heute verwachsene) Echo. Man rief „Heiliger Wolfgang bist da, wannst da bis schreist ‚ja’“, worauf ein deutliches Ja zu hören war. Auch heute wird, bei einer Schifffahrt dieser Brauch gepflegt.

Dann verließ ich die Kirche und ging nur 100 m weiter und hier war es dann – das Augenbrünnlein (Bild 11) mit dem wundersamen Wasser. Ein Mönch begleitete damals den heiligen Wolfgang auf den Falkenstein. Doch er empfand das Leben in der Wildnis bald als allzu beschwerlich, zumal er heftigen Durst leiden musste. Da stieß der Heilige seinen Stab gegen einen Stein und es entsprang diese Quelle, die heute noch fließt. Das Wasser gilt als heilsam für die Augen. Der Laienbruder hatte den heiligen Wolfgang, trotz des Wunders, bald allein in der Einsamkeit zurückgelassen.

Nach der Augenwaschung ging ich wieder ein Stück bergwärts und erreichte wieder den Punkt, wo ich zuerst auf den Gipfel des Falkensteins abgebogen war. Da war sie, die geschichtsträchtige „Hacklschmeisserkapelle“ (Bild 12), wo der heilige Wolfgang sein Hackl warf. Hier spielte sich die berühmteste Szene aus der Wolfganglegende ab. Um den ständigen Bedrängnissen durch den Satan auf dem düsteren Falkenstein zu entgehen, schleuderte er sein Beil (Hackl) ins Tal, mit dem Gelübde, ein Kirche dort zu erbauen, wo er es wieder finden würde. Dies geschah dann an der Stelle der heutigen Kirche von St. Wolfgang. Die Pilger erblickten hier zum ersten Mal den Zielpunkt ihrer Wallfahrt, wenn auch noch in weiter Ferne (Bild 13). In der Kapelle befinden sich die Reste eines gotischen Bildstockes. Wird der Stein von den Gläubigen dreimal um die eigene Achse gedreht, dann soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.

Von dort ging ich wieder den Weg zurück zum Auto, den ich zuerst bergwärts ging.

Diese kleine Wanderung kann ich allen empfehlen, die gerne wandern und ca. 2 1/2 bis 3 Stunden zur Verfügung haben.

Infos: 0043/664/4810366

© Bericht und Fotos vom Naturfotografen Kurt Reisenauer

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