Alltag raus – Tage der Tapferkeit rein! Das Liverollenspielevent im Scout Camp Eggenberg
| Autor Attermauserl | 84 Views
Auf die Frage „Wie war dein Wochenende?“ kann ich mit meinem neuen Lieblingswort EXTRAVAGANT antworten. Schräg würde es aber auch ganz gut treffen. Wie soll ich sonst das phantasievolle Treiben oder wie es im Fachjargon heißt: Liverollenspielevent beschreiben bei dem ich von Heilern, Piraten, schwarzgekleideten Elfen und weiteren sonderbaren Figuren am Scout Camp in Eggenberg umgeben war?
Es war wie Herr der Ringe – nur real, wenn man es so nennen kann. Dungeons, Wikingerschiffe, Festung, Galgen, Zwerge und ein netter, kleiner Friedhof (wenns blöd hergeht, kommt ein Geist vorbei). So etwas hat der Attergau sicherlich noch nie gesehen – obwohl wir durch unseren Kelten.Baum.Weg schon einiges gewöhnt sind, waren die sogenannten Tage der Tapferkeit neu. 260 Spieler wollten sich drei Tage lang in eine andere, fiktive Welt hineinversetzen und ihre Rolle lebendig werden lassen. In farbenfrohen Kostümen (von den schwarzen Elfen mal abgesehen) haben sie sich auf dem Areal eingefunden als sie den Ruf des Protektors (=Präsident) von Whenua gefolgt sind. Whenua besteht aus vier Ländern, die sich einmal im Jahr treffen um gemeinsam zu feiern und Turniere verschiedenster Art abhalten (daher auch der Name Tage der Tapferkeit, aber keine Angst – die Waffen sind unecht) und somit den Kern der Geschichte spielen, die in den drei Tagen abgehandelt wird. Rund um diese vier Länder sind weitere Länder aus allen Teilen der Welt gekommen, die selbst eine Nebengeschichte spielen. Um einen guten Ablauf der Geschichte zu garantieren, braucht es Kontrolleure, die die Fäden in der Hand halten – sogenannte Schicksale, leicht zu erkennen, da sie ganz in Weiß gekleidet sind (Ich hoffe, ich gebe den Inhalt so halbwegs richtig wider, aber ich war so überwältigt von dem Gesamteindruck, dass ich mich nicht mehr wirklich auf das Gesagte konzentrieren konnte – Reizüberflutung könnte man auch dazu sagen).
Und dann war da noch ich – in Jeans und Riesensilbercreolen und kam mir murdsdämlich vor, als ich von einer Spielstätte zur nächsten hopste und wie wild herumknipste um ja nichts zu versäumen. Die Spieler ließen sich nicht beirren und gaben mir freundlich Auskunft, wenn ich sie in meiner rüden, aber vertrauten Sprache über ihr Dasein ausgefragt habe. Daher überließ ich Gabi, meiner Begleitung, das Sagen, denn mit einem herzhaften „Servas! Und, was dads ihr so?“ kommst du in so einem Ambiente nicht weit und ich wollte nicht als ignoranter Eindringling gelten. Und sollte man meinen, da laufen nur Halberwachsene umher, den muss ich bekehren – vom Kleinkind bis schweres Mittelalter war alles dabei und für die Kinder natürlich ein Riesenspaß. 3 Tage Fasching, 3 Tage Krieger spielen, 3 Tage aus dem Alltag raus und sich in eine fremde Rolle einfühlen, die gar nichts mit unserem – hektischen, stressigen – Alltag zu tun hat. Zum Abschluss gabs noch eine beeindruckende Feuershow (da war dann leider der Akku von meiner Kamera leer) mit mittelalterlicher Hintergrundmusik – was soll ich dazu noch sagen? Sagenhaft, würds treffend formulieren.





