Mit dem Zitronenfalter übers Schneefeld schweben
| Autor Thomas Ebner | 543 Views
Eine Frühlings-Wanderung zwischen Mondsee und Attersee
Samstag, 17. März 2012. Der Wetterbericht spricht von 20° und die ersten Sonnenstrahlen leuchten bereits über dem Mondsee im Salzkammergut. Es ist Zeit für die erste Wanderung ohne Schneeschuhe in diesem Jahr.
Sabine und ich entscheiden uns spontan für eine Wanderung auf die Hochplettspitze auf halben Weg zwischen Mondsee und Attersee gelegen. Schnell kaufen wir noch eine Jause und schon geht’s los. Wir fahren mit dem Auto in den Ortsteil Bergen in Innerschwand. Vorbei am Dammwildgatter parken wir unser Auto beim Schranken zu Beginn der Steinwandlstraße, wo uns die Österreichischen Bundesforsten bereits herzlich willkommen heißen. Der Wanderweg auf die Hochplettspitze wird vom Alpenverein betreut und ist gut ausgeschildert.
Einblicke und Ausblicke
Die ersten Meter führen durch Mischwälder auf einer Forststraße stetig aber nicht zu steil bergan. Dass die Bäume noch keine Blätter tragen hat zur Folge, dass wir an exponierten Stellen tolle Blicke über den Mondsee auf die noch schneebedeckten Berge wie Schafberg und Zwölferhorn genießen können. Entlang des Weges blühen schon die ersten Frühlingsblumen wie die Pestwurz. Die ersten Schmetterlinge suchen gierig die gelben Blüten des Huflattich auf und unzählige Singvögel sind damit beschäftigt durch lautes Singen ihre Reviere abzugrenzen.
Vorbei an Jagdhütten, welche von ihren Besitzern ausgewintert werden, führen Forststraßen bergan unserem Ziel entgegen. Auf Höhe des Koppensteins öffnet sich der Wald zu einer kleinen Alm – für uns bedeutet das, dass wir nun durch die letzten Schneereste stapfen müssen. Mühsam suchen wir unseren Weg und sinken teilweise bis zu den Knien in den Schnee ein. Wir verfluchen uns selbst, dass wir heute auf die Schneeschuhe verzichtet haben. Für den letzten Kilometer bis zum Gipfel wären diese wirklich hilfreich gewesen.
Die verschneite Landschaft bei 20° Außentemperatur bietet aber auch einzigartige Bilder. So konnten wir einen Zitronenfalter über die Schneedecke schweben sehen. Leider blieb der gelbe Schmetterling nicht so lange am Schnee sitzen, sodass wir auch ein Foto schießen konnten. Nach mühsamen 45 weiteren Minuten, die bei normalen Wegverhältnissen locker in der halben Zeit zu überbrücken sind, haben wir endlich unser Ziel erreicht – die Hochplettspitze. Der Ausblick über den Attersee und das Tal bei Oberwang belohnen für das Schmelzwasser in unseren Wanderschuhen. Eine kurze Jause und der obligatorische Eintrag ins Gipfelbuch und schon machen wir uns auf den Abstieg.
Um die tief winterlichen Verhältnisse zu umgehen, kämpfen wir uns über eine Lichtung bis zur darunter liegenden Forststraße. Nachahmung nicht empfehlenswert, der Wanderer bleibt auf den ausgeschilderten Wanderwegen. Schweigend stapfen wir über die Forststraßen zurück zu unserem Auto, nicht ohne die vielen Ausblicke noch einmal zu genießen.
Fast zurück beim Ausgangspunkt entdecken wir dann noch frischen Bärlauch entlang des Weges. Das gibt heute Abend eine leckere Jause. Butterbrot mit Bärlauch-Blättern. Haben wir uns heute wirklich verdient.



Michael schrieb am
29. März 2012 um 12:16Hallo, Danke für den Tipp für eine erste Frühlingswanderung. Findet man ja nicht oft. Schönen Frühling auch von mir, Michael
Thomas Ebner schrieb am
27. März 2012 um 16:09danke für eure kommentare – ich hoffe ich kann euch bald wieder von einer netten wanderung im salzkammergut rund um den mondsee und irrsee berichten. in der zwischenzeit war ich mit dem schiff unterwegs
Regina schrieb am
23. März 2012 um 12:19Hallo, die Bilder sind einfach traumhaft. Ich werde bestimmt dort auch mal hin fahren, nun nachdem ich die Bilder sah.
LG
Outtour schrieb am
20. März 2012 um 20:49Danke für diesen ausführlichen Bericht. Werde diese Tour sicherlich so bald als möglich auch begehen. Kann eine Wanderung auf den Kolomannsberg bei Mondsee sehr empfehlen. Vorallem im unteren Bereich hat man ein tolles Panorama.